7 Wochen OHNE - Fast(en) ohne Plastik

Am Anfang stand die Wahrnehmung: Wie viele Plastikprodukte wir jeden Tag in die Hand nehmen.

Dann das Erschrecken: Dass Plastik auch überall dort ist, wo es nicht hingehört - in Gewässern, in den Böden, in unserer Nahrung, in unseren Körpern. In Europa verbraucht kein anderes Land so viel Plastik wie Deutschland: 12.600.000 Tonnen, Tendenz steigend!

Deshalb haben wir die Aktion „7 Wochen OHNE - Fast(en) OHNE Plastik“ ins Leben gerufen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Großdeinbach setzt sich als Umweltgemeinde für die Bewahrung der Schöpfung ein. Das Zertifikat „Der Grüne Gockel“ steht für bewusstes, nachhaltiges und zukunftsfähiges Handeln.

Parallel zur vorösterlichen Fastenzeit möchten wir dazu motivieren, miteinander und jeder in seinem Alltag Plastik - so gut es geht - zu vermeiden. So tragen wir dazu bei, dass unsere Welt ein bisschen plastikfreier wird und unsere Gesellschaft bewusster konsumiert.

Wir alle können etwas tun - packen wir’s an!

 

Alle Veranstaltungen im Evangelischen Gemeindehaus, Pistoriusstraße 4:

 

Auftakt und Einführung
Mittwoch 27. Februar um 19:30 Uhr
Informationen über Plastik / Alternativen für Einkauf, Putzen, Hygiene / Ideenbörse / Persönliche Erfahrungen

Gottesdienst zur Aktion
Sonntag 3. März um 10:15 Uhr

„Auf den Spuren unseres Plastikmülls“
Montag 18. März um 19 Uhr
Vortragsabend mit Dr. Beate Arman (Bildungsreferentin LandFrauenverband)

Austausch und Motivation
Donnerstag 4. April um 19:30 Uhr
Große Konzerne, kleine Läden / Vorstellung weiterer Alternativen / eigene Erfahrungen

Abschluss und Fest
Montag 29. April um 19:30 Uhr
Feste Fasten und Feste feiern

 

 

Plastikfrei durch die Fastenzeit

„Beim Einkaufen wähle ich nun  viel bewusster aus, was in meinen Einkaufskorb wandert. Es ist eine Umstellung, aber es macht Freude." „Beim Spaziergang an der Rems habe ich zum ersten Mal die vielen Plastiktüten in den Bäumen nach dem starken Regen wahrgenommen, das hat mich motiviert noch konsequenter Alternativen zu Plastik zu suchen.“

So resümieren Teilnehmende der Fastenaktion „7 Wochen (fast)en ohne Plastik“ der Evangelischen Kirchengemeinde Großdeinbach und der Landfrauen Großdeinbach. Ein Austauschabend bot die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen und Ideen weiterzugeben, wie Plastik im täglichen Leben reduziert werden kann. Interessiert lauschten die Teilnehmenden, wie man mit Kastanien waschen kann, probierten selbst aus, wie einfach es ist, Deo und Reinigungsmittel selbst herzustellen und erfuhren, aus wie wenigen natürlichen Zutaten sprudelnde ‚Badebomben‘ bestehen. 

Auch der Unverpackt Laden Schwäbisch Gmünd stellte seine Angebote vor und informierte über Herkunft der Produkte und Abläufe des Ladens. 

Ermutigend war der Rückblick auf eine Petition von Campact an die Drogeriemarktkette dm. Knapp 200.000 Menschen forderten mit ihren Unterschriften die Firma dazu auf, Mikroplastik in ihren Produkten aus dem Sortiment zu nehmen. Die Petition hatte Erfolg. Die Drogeriemarktkette hat bei mehr als 80 firmeneigenen Produkten aus den Bereichen Haar-, Körper- und Gesichtspflege die Rezeptur umgestellt und dabei auf synthetische Polymere verzichtet.

„Und es bewegt sich doch was, wenn wir uns bewegen“ brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt.

Am 29. April 2019 um 19.30 Uhr gibt es ein Abschlussfest zu der Fastenaktion mit Musik, Essen und weiterführenden Informationen, ebenfalls im Evangelischen Gemeindehaus Großdeinbach. Kulinarische Beiträge zum Buffet dürfen gerne mitgebracht werden.

Interessierte und alle, die sich mit auf den Weg machen wollen, sind herzlich willkommen.

 

(Fast)en ohne Plastik – so kann’s gehen

„Jeder Sieg gegen Plastik beginnt damit, dass eine Person oder eine kleine Gruppe von Menschen entscheidet, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist“ (Will McCallum, Greenpeace)

Das hat die die Evangelische Kirchengemeinde Großdeinbach, zusammen mit den Landfrauen Großdeinbach motiviert die Aktion „7 Wochen OHNE – Fast(en) OHNE Plastik“ ins Leben zu rufen.

Die Auftaktveranstaltung stieß auf großes Interesse. Für manche war es eine Annäherung an das Thema, andere haben sich bereits auf den Weg gemacht: „Wir versuchen schon Plastik zu vermeiden, aber es motiviert viel mehr wenn man sich gegenseitig austauscht und ermutigt.“

Daten und Fakten zum Thema Plastik weiteten den Blick wie allgegenwärtig und gefährdend dieses Produkt für Umwelt und Mensch ist. Wer ist sich schon bewusst, dass eine Plastikflasche ca. 450 Jahre braucht um zu zerfallen und dass das dadurch freigesetzte Mikroplastik die Umwelt belastet? Gleichzeitig war es den Initiatoren wichtig zu bemerken „ganz ohne Plastik geht es nicht und dennoch können wir durch bewusstes Einkaufen und Konsumieren nachhaltig Plastikmüll vermeiden“. 

Wie das im Alltag konkret umgesetzt werden kann, dazu gab es auf einem „Markt der Möglichkeiten“ viele Praxisideen, die die Initiatoren der Aktion in den letzten Monaten selbst erprobt hatten: Tipps wie der Haushalt natürlich sauber bleiben und wie der Einkauf fast ohne Plastik gelingen kann, Möglichkeiten von plastikfreien Hygieneprodukten und Informationen zu bewusstem Konsumverhalten. Auch der Dorfladen Großdeinbach war eingebunden und präsentierte Produkte die dort bereits plastikfrei erhältlich sind. 

Besucher des Abends ließen sich anstecken von der Experimentierfreude: „Das macht richtig Lust einiges umzusetzen, man braucht nur mal den Anstoß dazu.“. In kleinen Austauschgruppen konnten die Besucher/-innen des Abends selbst für sich entscheiden was sie in den nächsten sieben Wochen umsetzen wollen. Am Ende der Fastenzeit wird ein Fest gefeiert und jede und jeder darf seine beste Praxisidee mitbringen und präsentieren.

Die Initiatoren freuen sich „Unsere Weggemeinschaft ist heute Abend größer geworden und wir wünschen uns, dass wir miteinander viele gelbe Säcke einsparen, nicht nur in der Fastenzeit“.