Der Grüne Tisch

Der Grüne Tisch eröffnet Räume, in denen sich Interessierte mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen im Sinne des Grünen Gockels auseinandersetzen können.

Die Idee ist es, sich in unregelmäßigen Treffen über Themen auszutauschen, die von allgemeinem oder persönlichem Interesse sind, Erfahrungen weiterzugeben oder Diskussionen zu führen über aktuelle negative oder auch positive Entwicklungen. Dem Themenspektrum ist keine Grenze gesetzt. 

Das Grüne-Gockel-Team der Kirchengemeinde übernimmt die Organisation der Treffen in Abstimmung mit den anwesenden Teilnehmern, begleitet also diese Plattform und steht auch für Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung.

 

Der Wald in Not!

Oberforstrat Jens Olaf Weiher berichtete im Evangelischen Gemeindehaus Großdeinbach über die Auswirkungen des Klimawandels auf die heimischen Wälder.

Eingeladen hatte das Umweltteam „Grüner Gockel“ der Evangelischen Kirchengemeinde Großdeinbach. Vielen waren zum „Grünen Tische“, einer Austauschplattform für Umweltthemen gekommen, um sich über das neue Waldsterben zu informieren und eigene Handlungsansätze miteinander zu diskutieren. Die Einblicke, die Jens Olaf Weiher in den Zustand des Waldes gab, waren ernüchternd. Borkenkäferbefall und zunehmende Trockenheit auch in tiefen Bodenschichten schwächen die Bäume. Das gesamte Ökosystem des Waldes droht bei einem sehr raschen Klimawandel aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Die Jahresdurchschnittstemperatur, wie sie vom Deutschen Wetterdienst gemessen wird, hat sich auch in Baden-Württemberg in den letzten 30 Jahren bereits um 1°C erhöht. Was sich geringfügig anhört, hat dennoch große Auswirkungen. Die trockenen Sommer lassen den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens sinken und die Populationen von zahlreichen Baum-Schädlingen wachsen: Beides gefährliche Faktoren für die heimischen Baumarten wie Fichte, Buche und Tanne. Ein aufmerksamer Waldspaziergang lässt die Schäden bereits erkennen. „Die Forstwirtschaft trägt Sorge dafür, dass der Wald sich erhält, dass ausreichend Bäume nachkommen und nie mehr Holz genutzt wird als nachwachsen kann“, betont Jens Olaf Weiher. Angesichts des Klimawandels steht die Forstwirtschaft heute vor der großen Herausforderung, welche Baumarten für die Zukunft geeignet sind. Es ist damit zu rechnen, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in den nächsten 70 Jahren um weitere 2°C steigen wird, „dann hätten wir im Rheintal ein Klima wie in Südfrankreich oder der Toskana“ prognostiziert Jens Olaf Weiher. Aber Urlaubsstimmung will bei den Zuhörern nicht aufkommen, zu deutlich wird, wie ernst die Lage für das sensible Waldökosystem und damit auch für uns als Menschen ist.

Nur ein kleines Beispiel für die komplexen Feinheiten der Natur ist der Kuckuck. Kommt er aus dem Süden zurück, ist durch die früher einsetzenden Sommer das Brutgeschäft der anderen Vögel schon so weit fortgeschritten, dass er seine Eier nicht mehr so leicht wie bisher in ihre Nester ablegen kann: „ein klassischer Verlierer des Klimawandels.“ So verändert sich der Lebensraum Wald je schneller die Klimaerwärmung voran schreitet. Neben vielen Maßnahmen die die Forstwirtschaft ergreift ist das zentrale Fazit des Forstwirtes „Wir müssen die CO2 Emission reduzieren!“

Wie jede und jeder dazu beitragen kann wurde engagiert in Arbeitsgruppen diskutiert. Veränderung im Denken und Handeln braucht Motivation, der Vortrag von Jens Olaf Weiher war ein Ansporn wo immer möglich auf Klimaneutralität zu achten, auch um unseren Lebensraum Wald zu erhalten.